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Der Herbst ist die ehrlichste Jahreszeit in der Küche. Keine Deko, kein Trick: Pilze aus der Pfanne, Kürbis aus dem Ofen, ein Ragout, das drei Stunden Zeit hatte, später Wild, Maronen, Bergkäse. Und genau dafür braucht man Weine mit Haltung – nicht zu leicht, nicht zu laut, sondern warm, würzig und trinkfreudig.
Wir haben unsere Reise durch Italien – von Latium über Abruzzen und Apulien bis Sizilien – einmal komplett auf ein konkretes Szenario zugeschnitten: das Herbst-Dinner zu Hause. Von 22. September an, wenn die Abende kühler werden. Vier Gänge, ein entspannter Ablauf, Weine, die du ohne Sommelier-Diplom einschenken kannst. Alle Flaschen unten sind sofort bei uns im Shop verfügbar.
Kurz gesagt für Eilige: Zum Aperitivo und zur Kürbissuppe einen frischen Castelli Romani Bianco Frizzante oder Pecorino aus den Abruzzen. Zu Pilz-Risotto und Pasta einen Chardonnay aus Castel del Monte oder Damarino aus Sizilien. Zu Ragout, Lamm und Wild einen Montepulciano d’Abruzzo, Salice Salentino oder – als Krönung – eine Anniversario 62 Primitivo di Manduria Riserva.
Nicht nach Punkten, sondern nach Topf und Teller. Ein guter Herbstwein muss drei Dinge können:
Alle Preise sind Stand 22.09.2026 inkl. MwSt. in Euro, wie im Shop ausgezeichnet.
| Gang | Was auf den Tisch kommt | Wein-Typ |
|---|---|---|
| 1. Ankommen | Oliven, Grissini, Pecorino-Käse, Kürbis-Crostini | Frizzante & leichter Weißwein |
| 2. Herbst-Start | Kürbissuppe, Pilz-Risotto, Pasta mit Steinpilzen | Kräftiger Weißwein: Pecorino, Chardonnay, Damarino |
| 3. Schmor & Wild | Ragout, Lammkeule, Wildragout, Rinder-Schmorbraten | Montepulciano, Salice Salentino, Primitivo Riserva |
| 4. Ausklang | Bergkäse, Maronen, Novello-Verkostung | Samtiger Rotwein, Novello als Überraschung |
Der wichtigste Fehler beim Herbst-Dinner: zu schwer starten. Wenn die Gäste mit kalten Händen reinkommen, willst du etwas Lebendiges im Glas, kein Holzfass.
Der Gotto d'Oro Castelli Romani Bianco Frizzante DOC 0,75 l für 6,96 € ist der heimliche Star für diesen Moment. Vulkanischer Tuff aus Marino, Malvasia und Trebbiano, feine Perlage, Zitrone, weißer Pfirsich, ein Hauch Kräuter. Er ist kein Prosecco-Ersatz, er ist römischer: trockener, erdiger, ehrlicher. Perfekt zu Kürbis-Crostini mit Ricotta und Salbei, zu Oliven und zu frittiertem Salbei. Serviere ihn mit 8–10 °C direkt aus dem Kühlschrank – Sektkübel braucht kein Mensch.
Wer es still mag, nimmt den Gotto d'Oro Frascati DOC 0,75 l für 6,00 € aus der Linea Settantacinque75. Das ist der klassische Wein Roms: Malvasia del Lazio von den Castelli Romani, vulkanisch-mineralisch, mit Apfel, Akazie und Mandel im Abgang. Großartig zur Kürbissuppe mit gerösteten Kernen, weil er die Süße des Kürbis nicht verstärkt, sondern auffängt. Beide Weine kommen aus der Genossenschaft Gotto d'Oro in Marino – 1945 gegründet, heute Equalitas-zertifiziert, mit leichten Flaschen und Naturkork.
Der Fontamara Pecorino Terre di Chieti IGT für 11,99 € ist eigentlich ein Essenswein, aber ein Glas vorab schadet nicht: gelbe Früchte, Thymian, Meersalz, ausgebaut im Edelstahl bei 12–13 % Alkohol, zwischen Maiella und Adria gewachsen. Wer nur drei Weine für den ganzen Abend kaufen will, startet hier und bleibt dabei bis zum Risotto.
Pilz-Risotto verzeiht nichts. Zu viel Holz erschlägt die Pilze, zu wenig Körper geht im Parmesan unter. Du brauchst Schmelz plus Säure.
Der Rivera Lama dei Corvi Chardonnay Castel del Monte für 16,09 € ist genau dafür gemacht. Rivera sitzt in Andria auf der Murgia, 250–350 Meter hoch auf Kalkstein – das gibt diesem Süd-Chardonnay eine Frische, die man in Apulien nicht erwartet. Pfirsich, Zitrus, Haselnuss, feine Vanille vom französischen Holz, aber nie breit. Zu Steinpilz-Risotto, zu Pasta mit Salsiccia und Pilzen, zu gebratenem Hokkaido mit brauner Butter: ein Volltreffer. 10–12 °C, gerne karaffieren.
Der Donnafugata Damarino für 12,60 € bringt Contessa-Entellina-Sonne ins Glas, bleibt aber elegant: Ansonica und Catarratto, Zitrus, Orangenblüte, mediterrane Kräuter. Donnafugata arbeitet ohne chemische Herbizide und keltert sehr schonend – das schmeckt man. Ideal, wenn es Kürbis-Ravioli mit Salbeibutter oder Pasta mit Pecorino und Zitrone gibt. Auch schön zu gebratenem Blumenkohl und zu Ziegenkäse.
Wenn bei dir im Herbst noch Fisch auf den Tisch kommt – Dorade, Wolfsbarsch, Ofen-Forelle mit Zitrone – nimm den Gotto d'Oro Vermentino Lazio IGT 0,75 l für 7,20 €. Salzig, zitrisch, geradeaus. Funktioniert auch als zweiter Weißwein, wenn Gäste länger beim zweiten Gang bleiben.
Servier-Regel für Akt 2: Weißweine im Herbst 2 Grad wärmer servieren als im Sommer. 10–12 °C statt 8 °C – so zeigen sie Schmelz zu Pilzen und Kürbis.
Ab hier gilt: keine Angst vor Tannin, aber bitte mit Samt. Herbst-Schmorgerichte wollen Kirsche, Pflaume, Tabak, Schokolade – und einen Wein, der nach dem dritten Bissen noch besser schmeckt.
Der Fontamara Montepulciano d’Abruzzo DOC für 15,59 € ist der ehrlichste Herbst-Rotwein, den du für das Geld bekommst. Ton-Kalk aus den Frentano-Hügeln bei Chieti, Edelstahl-Ausbau, keine Holzmaske: Sauerkirsche, Brombeere, Oregano, schwarzer Pfeffer. Passt zu Lamm-Ragout, zu Tagliatelle al Ragù, zu geschmorten Rinderbäckchen und zu Grillgemüse. 16–18 °C, eine halbe Stunde vorher öffnen. Wer Sangiovese sonst zu schlank findet, ist hier richtig – mehr Fülle, gleiche Trinkfreude.
Der Rivera Salice Salentino DOC 2021 für 8,10 € zeigt die frische Seite Apuliens: Negroamaro mit Malvasia Nera, aus niedrigen Erträgen, viel Frucht ohne Marmelade. Rote Pflaume, Veilchen, Lakritz, weiches Tannin. Perfekt, wenn du viele Gäste hast und zwei, drei Flaschen brauchst – preislich fair, stilistisch über dem Einstieg. Zu Wildschwein-Ragout, zu Lammkeule mit Rosmarin, zu Hartkäse wie Pecorino stagionato.
Und wenn das Dinner ein Anlass ist – runder Geburtstag, erstes Kaminfeuer, Hirschrücken oder Dry-Aged-Ente – dann die Cantine San Marzano Anniversario 62 Primitivo di Manduria DOP Riserva Box für 115,20 €. Das ist die Jubiläums-Riserva der Genossenschaft aus San Marzano di San Giuseppe: alte Buschreben (Albarello) auf roter Erde zwischen Ionischem und Adriatischem Meer, Handlese, lange Mazeration, Ausbau in rund 3.000 Barriques aus französischer, amerikanischer und kaukasischer Eiche. Im Glas: reife Pflaume, Kirsche, Kakao, Vanille, Tabak, samtig und lang. Dazu Hirschgulasch, Wildschwein mit Polenta, Rinderfilet mit Steinpilz-Kruste oder 24 Monate gereifter Parmigiano. Unbedingt 1 Stunde dekantieren, 18 °C, große Gläser. Das ist kein Alltagswein, das ist das Statement des Abends.
Unsere Reihenfolge im Glas: Montepulciano zum Ragout, Salice Salentino zum Lamm, Anniversario 62 zum Wild oder Käse. So steigt die Intensität, ohne den Gaumen zu ermüden.
Zum Bergkäse, zu gerösteten Maronen und zu dunkler Schokolade brauchst du keinen Dessertwein – ein zweites Glas vom Haupt-Rotwein reicht. Wenn du Gäste überraschen willst, stelle zusätzlich etwas Leichtes und Junges kalt:
Der Rivera PrimoCanto 2025 Novello für 7,45 € ist der erste Wein des Jahrgangs – fruchtig, weich, unkompliziert. Kein Lagerwein, sondern ein Wein für jetzt: Erdbeere, Kirsche, Veilchen. Leicht gekühlt mit 14–15 °C zu Maronen, zu mildem Taleggio oder einfach zum Erzählen am Kamin. Ab Mitte Herbst ein schöner Kontrapunkt zur schweren Riserva.
Herbst heißt nicht Abschied vom Rosé. Der Fontamara Sangiovese Terre di Chieti IGT mit Schraubverschluss für 11,99 € – hell, kirschig, praktisch im Handling – macht sich gut zu Antipasti-Resten, zu Kürbis-Quiche am nächsten Tag oder zu Pizza am Kaminabend. Schrauber auf, fertig.
Ein Wort zur Menge: Rechne pro Person zum Dinner mit einer halben bis dreiviertel Flasche, wenn Wasser auf dem Tisch steht. Lieber eine Flasche mehr kühlen – geöffneter Weißwein hält 2–3 Tage im Kühlschrank, Rotwein einen Tag.
Du musst nicht nach Apulien fliegen, um den Herbst zu verstehen. Fang in Latium an – mit Frizzante und Frascati zum Ankommen. Geh über die Abruzzen – mit Pecorino und Montepulciano zu Pilzen und Ragout. Lande in Apulien – mit Chardonnay von der Murgia und Salice Salentino zum Lamm. Und wenn es funkeln soll, öffne Sizilien und die große Primitivo-Riserva.
Unser ehrlicher Favorit für 2026? Wer nur einen Wein für den ganzen Herbst kaufen will, nimmt den Montepulciano d’Abruzzo von Fontamara. Wer einen Abend unvergesslich machen will, nimmt die Anniversario 62. Dazwischen liegt ein ganzer italienischer Herbst – vom 22. September bis zum ersten Frost.
Salute – und lass den Schmortopf Zeit. Der Wein wartet.
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